Schädelbasischirurgie

Die Schädelbasis ist die Grenze zwischen Gehirn und den darunterliegenden Strukturen des Schädels. Krankheiten, die in diesem Bereich vorkommen, lassen sich in Entzündungen, Knochenbrüche und Tumoren unterteilen.

Tumoren können gut- oder bösartig sein, wobei auch Tochtergeschwülste einer entfernten Krebsart sich dort finden. Blutgefäße und Nerven liegen im Bereich der Schädelbasis eng beieinander. Der Operateur kennt die Strukturen genau und nimmt den Eingriff ganz präzise vor.

Symptome

Der Bereich der Schädelbasis wird in eine vordere, mittlere und seitliche Region eingeteilt. In diesen Regionen treten unterschiedliche Krankheitsbilder bzw. Symptome auf.

Symptome bei Erkrankungen der vorderen Schädelbasis (auch Fronto- oder Rhinobasis genannt)

Knochenbrüche (Schädelbasisbrüche) entstehen im Rahmen von grober Gewalteinwirkung. Bei einer Gehirnerschütterung können Riechstörungen auftreten. Ist die Hirnhaut verletzt, kann Nervenwasser aus der Nase austreten. Bei Geschwülsten - gut-, oder bösartig - kann es zu einer behinderten Nasenluftpassage, Kopfschmerzen, Nasenbluten und auch zu Riechstörungen kommen. Je nach Ausdehnung kann das Auge betroffen sein, sodass Sehminderung oder Doppelbilder vorkommen.

Symptome von Erkrankungen der seitlichen Schädelbasis (auch Latero- oder Otobasis genannt)

Bei Knochenbrüchen, gut- oder bösartigen Neubildungen und Entzündungen in diesem Bereich kann es zu Hörstörungen, Schwindel und Ohrgeräuschen kommen. Zudem sind Ausfälle der hier verlaufenden Nerven möglich. So finden sich Gesichts-, Zungenbewegungs-, Armhebenerven- und Eingeweide-Nervenschädigungen je nach Ausprägung der Erkrankung. Auch Flüssigkeitsaustritt aus dem Ohr kann Symptom einer Schädelbasiserkrankung sein.

Unsere Leistungsschwerpunkte

Die Behandlung von Schädelbasiserkrankungen erfordert das Zusammenspiel verschiedener Fachgebiete. Die Universitätsmedizin Göttingen bietet eine hohe Expertise auf allen beteiligten Fachgebieten.Besonderes Fachwissen besitzen wir in der Behandlung von gut- und bösartigen Tumoren der vorderen und seitlichen Schädelbasis.

Im Bereich der seitlichen Schädelbasis ist die Behandlung von Entzündungen (Cholesteatom, Cholesteringranulom) sowie gutartigen Tumoren (Paragangliomen; auch Glomustumor genannt sowie Akustikusneurinomen) zu nennen. Neben der Behandlung der Erkrankung steht auch die Wiederherstellung der gestörten Funktion im Fokus. Hierbei sind Hörstörungen, Schwindel oder die gestörte Nervenfunktion z.B. vom Gesichtsnerv zu nennen. 

Diagnostische Angebote

Neben der HNO-ärztlichen Untersuchung werden zielgerichtete Funktionstests vorgenommen. Das können Hör-, Gleichgewichts-, aber auch Riech-Testungen sein. Zudem besteht die Möglichkeit, elektromyographische Verfahren bei Nervenläsionen, d.h. Verletzung von Nervengewebe im Rahmen der Diagnostik durchzuführen. Die Ausdehnungsbestimmung erfolgt mit Schnittbildverfahren wie der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanztomographie (MRT). Die Darstellung von Gefäßen (Angiographie) ist ein wichtiger diagnostischer Baustein bei dem Verdacht auf einen Glomustumor. Bei Schädelbasistumoren steht die Diagnosesicherung durch eine Gewebeprobe im Vordergrund.

Therapeutische Angebote

Ist der Tumor durch eine Gewebeprobe diagnostiziert, muss nicht immer operiert werden. Die Betroffenen entscheiden nach eingehender Beratung, ob eine Überwachungsstrategie mit Schnittbildern (CT oder MRT), eine Strahlentherapie oder eine Operation erforderlich ist.

Bei vielen Erkrankungen der Schädelbasis ist nach Diagnosestellung eine Operation zu empfehlen. Als Verfahren für die Schädelbasischirurgie stehen die endoskopische und die mikroskopische Chirurgie zur Verfügung. Der Einsatz von Navigationssystemen (Computer-aided-surgery/ CAS) und Nervenmonitoring kommt routinemäßig zum Tragen. Zusätzlich zur Operation werden blutreiche Tumoren (Glomustumore; Paragangliome) vorher durch Fachärzte für Neuroradiologie behandelt, um den Verschluss von Gefäßen vor der Operation herbeizuführen.

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